Undercover-Alkoholismus

Was müssen das für tolle Jahre gewesen sein, die „Wirtschaftswunder-Jahre“! Schon kurze Zeit nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die BRD einen Aufschwung sonder gleichen. Die Trümmer des Krieges waren beseitigt, der „Marshall-Plan“ und andere Wiederaufbauhilfen förderten die wirtschaftliche Entwicklung Europas.
Und da in der vorhergegangenen Kriegszeit Millionen von Menschen umgekommen waren, herrschte ein Mangel an Arbeitskräften der nicht allein durch Zuwanderung kompensiert werden konnte. Das war die Stunde der deutschen Hausfrau, die nun nicht mehr nur als Mutter, Köchin und Putzfrau fungierte, sondern fortan als „emanzipierte“ Arbeiterin gefragt war.
Dummerweise waren viele deutsche Frauen aber von dieser Mehrfachbelastung etwas überfordert, sodaß die Pharmakonzerne mit neuen „Stärkungsmitteln“ (sog. Tonika) aushelfen mussten.

Da gab es zum Beispiel „Frauengold“:

Wenn man bedenkt, daß die meisten dieser frei verkäuflichen Präparate wie Frauengold, Galama, Doppelherz, usw. im Durchschnitt einen Alkoholgalt von 15% hatten, wird schnell klar, warum die Konsumentinnen nach dem Genuß etwas gelassener agierten: es lag an der beruhigenden tonisierenden Wirkung der Kräuterextrakte , deren Rezepturen in der Regel ein Geheimnis des Herstellers waren. ;-)

Noch ein „Frauengold“-Werbespot, weil’s so schön ist: ;-)

„Durch eine Kur mit Frauengold wirst du glücklich gemacht – und wirst glücklich machen!
Frauengold schafft Wohlbehagen. Wohlgemerkt: an allen Tagen!“
Na denn PROST! :-D