Archiv für Juni 2012

Nach dem Finale ist vor dem Halbfinale

OK, morgen noch Sauerkraut gegen Pizza und einer davon am Sonntag gegen Paella. Mit etwas Glück sind bis zum nächsten Vollmond die nationalen Läppchen wieder aus dem Straßenbild verschwunden.

Sollte am Ende doch mal wieder die ger-manische Nation triumphieren, wird die Fähnchen-Parade noch ein paar Tage verlängert und das Fußvolk suhlt sich ein wenig im „Sommermärchen“.

So oder so: die in den letzten Wochen festgenagelten Beschlüsse der Machthaber sollten spätestens dann endgültig unter den Sommerloch-Teppich gekehrt sein – oder zumindest von einem Schwall äußerst wichtiger Saison-Analysen der Sport-Experten überkotzt werden. Business as usual. Funktioniert inzwischen jährlich perfekt.

Und wenn die nationale Regierungs-Pause (aka teutonisches Sommerloch oder Reichs-Hitzefrei) in sechs Wochen vorbei ist fängt auch schon wieder die Bundesliga-Saison an – und wir können uns bis zum nächsten internationalen Event wieder lokalpatriotisch gegenseitig die Fresse einschlagen.

Panem et circenses. Nichts hat sich in 2000 Jahren wirklich grundlegend geändert. Ich bin enttäuscht. Aber ich hatte mal Latein. :D

Und ich schweife

ab dafür..

Lebenshilfe

Eine kleiner Spickzettel zur Kommunikationshilfe in Zeiten der Globalisierung:

Orvillecopter

Ich weiß nicht, ob ich das jetzt wirklich als ‚Kunst‘ bezeichnen würde, wenn ich mal das in letzter Zeit so gern benutzte Wort „Schöpfungshöhe“ als Maßstab nehme. Für viele Menschen ist es absolut geschmacklos, für mache einfach lustig; ich persönlich finde es makaber witzig:

„Der niederländische Künstler Bart Jansen hat eine etwas ungewöhnliche Art, seiner toten Hauskatze die letzte Ehre zu erweisen: Aus dem abgezogenen Fell des Tieres konstruierte er einen Helikopter. Genauer gesagt einen Quadrocopter. An jede der vier ausgestreckten Pfoten des Katers montierte der Modellflugpilot Arjen Beltman in seinem Auftrag einen Rotor, das Ganze ist auf einem Gestell aus Plastik montiert.“
(Mehr auf Spiegel Online)

Orvillecopter

Hin und wieder, wenn mal eine meiner Katzen oder Hunde verstorben war, hatte ich auch schon die (nie wirklich ganz ernst gemeinte) Idee, mir aus deren Fell vielleicht eine coole Weste, Hose oder ein Portemonnaie zu schneidern. Manche meiner Freunde fanden das „pervers“ – aber mal ehrlich: solange ich ein Tier nicht zu solchen Zwecken töte, sondern lediglich das Fell eines bereits verstorbenen geliebten Haustieres verwende, ist das doch nicht wirklich schlimm. Ich würde es sogar als eine Art von Ehrerbietung oder Liebesbeweis betrachten.

Soldatenlied

Erich Mühsam (6.4.1878 – 10.7.1934): Soldatenlied

Wir lernten in der Schlacht zu stehn
bei Sturm und Höllenglut.
Wir lernten in den Tod zu gehn,
nicht achtend unser Blut.
Und wenn sich einst die Waffe kehrt
auf die, die uns den Kampf gelehrt,
sie werden uns nicht feige sehn.
Ihr Unterricht war gut.

Wir töten, wie man uns befahl,
mit Blei und Dynamit,
für Vaterland und Kapital,
für Kaiser und Profit.
Doch wenn erfüllt die Tage sind,
dann stehn wir auf für Weib und Kind
und kämpfen, bis durch Dunst und Qual
die lichte Sonne sieht.

Soldaten! Ruft’s von Front zu Front:
Es ruhe das Gewehr!
Wer für die Reichen bluten konnt,
kann für die Seinen mehr.
Ihr drüben! Auf zur gleichen Pflicht!
Vergeßt den Freund im Feinde nicht!
In Flammen ruft der Horizont
nach Hause jedes Heer.

Lebt wohl, ihr Brüder! Unsre Hand,
daß ferner Friede sei!
Nie wieder reiß das Völkerband
in rohem Krieg entzwei.
Sieg allen in der Heimatschlacht!
Dann sinken Grenzen, stürzt die Macht,
und alle Welt ist Vaterland,
und alle Welt ist frei!

So muss das laufen!

Ich stolperte gerade über dieses nette Video, in dem ein Neonazi eine linke Demo provoziert. Verglichen mit dem, was in den letzten Jahren während Neonazi-Aufmärschen in deutschen Städten passiert, ist das mal ein positiver Ausgang. ;-)