Bedauerliche Lebewesen

Die falsche Erziehung und Sozialisation von Hunden ist ein wahrer Teufelskreis.

Hier in meiner Großstadt gibt es jede Menge (hauptsächlich kleine) Hunde, die unglaublich ängstlich und aggressiv sind. Das traurige daran ist, daß diese Hunde nicht von sich aus quasi genetisch prädestiniert so sind – sondern sie wurden von ihren Haltern so geprägt.

Dieser Teufelskreis nimmt meiner Meinung nach sehr oft den gleichen Weg:

  • Da ist ein junges Pärchen oder auch ein mehr oder weniger älteres Paar, das gerne ein lebendiges Kuscheltier oder eine Art von Kinder-Ersatz haben möchte.
  • Also schaffen sie sich bevorzugt einen kleinen Welpen an, denn die sind ja soooo niedlich.
  • Sie verzichten darauf, in eine Hundeschule bzw. Welpengruppe zu gehen, denn es ist ja nur ein Hund – was soll man da schon lernen? Ihre leiblichen Kinder würden sie selbstverständlich in Krabbelgruppen, Kindergärten, Grundschulen usw. schicken, aber das sind ja auch Menschen.
  • In der Folge werden dann die kleinen süßen Hündchen zu reinen Kuscheltieren herangezüchtet, die im Bett schlafen dürfen und mit Leckerchen vollgestopft werden.
  • Wenn man dann in der Welt da draußen abseits vom Sofa einem ausgewachsenen großen Hund begegnet, wird das kleine niedliche Kuscheltier sofort auf den Arm genommen oder man ergreift die Flucht, weil der Kinderersatz ja bei der Begegnung mit dem größeren Artgenossen eine Schramme abbekommen könnte.
  • Da diesen heranwachsenden Hunden jegliche natürliche Begegnung mit anderen Hunden verwehrt wird, machen sie sich die Angst ihrer Halter (die ihre einzigen Bezugspersonen sind) zu eigen und reagieren fortan ängstlich und aggressiv auf Artgenossen.
  • Das wiederum bestärkt die Halter dieser Hunde darin, daß ihr kleines Hündchen „nicht mit anderen Hunden klarkommt“ und es wird noch mehr von anderen Hunden ferngehalten.
  • Alle meine Hunde habe ich als Lebenspartner und Freund betrachtet, denen ich soviel Freiheit geben will, wie es in einer Großstadt wie dieser möglich ist. Sie sind für mich Persönlichkeiten mit eigenem Charakter. Sie begleiten mich mit ihrer Freundschaft, Treue, Loyalität und ihrem Schutzinstinkt viele Jahre durch mein Leben. Ich bedanke mich für diese bedingungslose Treue mit Futter, einem warmen sicheren Schlafplatz, ehrlicher Zuneigung und dem Versprechen, sie in dieser von Menschen gemachten Umwelt bis zu ihrem Tode zu begleiten und zu beschützen. Ich lebe in einer Symbiose.

    Also verdammt noch mal all ihr angehenden Hundehalter da draußen: überlegt euch verdammt gut, ob ihr wirklich einen Hund halten wollt! Eventuell wäre es besser für euch, wenn ihr ein Kind machen würdet. Das kann dann später im Laufe seines Lebens immer noch von Pädagogen, Sozialarbeitern, Lehrern, Kita-Bediensteten oder Therapeuten für unsere Gesellschaft zurechtgebogen werden.