Archiv für Dezember 2015

Eichen-Babies

Ich habe ja im Sommer eine Esche, die mehrere Jahre lang auf meiner Fensterbank in einem Blumentopf wuchs, auf unserer Lieblings-Hundewiese ausgewildert.
Leider ist sie dort, nachdem sie bereits angewachsen war und auch schon neue Zweige trieb, abgebrochen. Wie oder warum das passierte ist bleibt unklar, das ist eben eine Hunde-Wiese. Vielleicht lebt sie ja auch noch und wächst bald wieder weiter.

Dieser kleine Rückschlag hat mich dazu motiviert, im Herbst ein paar Eicheln einzusammeln, die der größte und schönste Baum auf dieser Hundewiese geradezu um sich geworfen hat.
Dank des warmen Winters sind die Kleinen schon ordentlich gewachsen!

Remember Hypnotoad?

Maria

Affen mit Waffen

Einmal nicht mit Amateuren zusammenarbeiten…

Ich wurde heute während der Arbeit in der Gastro-Küche nebenbei von meiner Chefin gebeten, die Küchenmesser nicht mehr zwischendurch mit einem Wetzstahl nachzuschärfen. Sie hatte sich nämlich am Morgen mit dem unerwartet scharfen Brotmesser in den Finger geschnitten.
Falls doch, könnte ich das ja an einem bestimmten Wochentag machen und einen Warnzettel über die Messer kleben: “Vorsicht scharf” oder so.

Der Witz an der Sache: ich habe dieses Brotmesser vor mindestens einer Woche nur mal kurz mit dem Wetzstahl entgratet, sodaß es eben gerade nicht mehr total stumpf war.

Ich habe dann gesagt, dass ich keines der Küchenmesser auch nur irgendwie jemals wieder schärfen würde – außer mein eigenes Kochmesser, das ich selber mitgebracht habe.

Und ich rede hier nicht von rattenscharfen original japanischen 2000 mal geschmiedeten Samurai-Schwertern – es geht nur um verkackte Küchenmesser. Werkzeuge.

Ich schreib’ doch nicht “Vorsicht! Dieser Gegenstand hat eine scharfe Kante!” auf jede Messerklinge – nur weil ein paar Tagträumer unter meinen Kollegen sind…

Anyway… ich habe mein geliebtes Kochmesser jetzt über die Feiertage mit nach Hause genommen und werde es wieder richtig scharf machen. Und jeder, der sich übernächste Woche damit schneidet ist selber schuld; schließlich ist mein Name deutlich fühl- und sichtbar im Griff eingraviert.

Alltäglicher Hirnfick

Manchmal gehe ich mir mit meinem unterbewussten ökologisch nachhaltigen anti-kapitalistischen sparsamen Lebensstil selber auf die Nerven.
Da saß ich jetzt hier eine halbe Stunde lang vor einem eBay-Angebot und diskutierte mit mir selber…

  • Hast du das Geld wirklich übrig – oder willst du es nicht doch besser sparen?
  • Wenn ein Notfall passiert – Tierarzt z.B.. Du hast keine Ersparnisse mehr!
  • In drei Wochen ist übrigens die jährliche Rechnung für die Haftpflicht-Versicherung fällig, die du nicht kündigen kannst. Du lebst mit einem Hund, für den eine Versicherung vorgeschrieben ist!
  • Brauchst du das wirklich, oder bist du gerade in Kauflaune?
  • Du hast in diesem Jahr schon einen Pullover im Internet gekauft, das sollte an neuen Klamotten eigentlich genug sein.
  • Das Angebot ist so billig, wahrscheinlich Kinderarbeit in China, Taiwan oder sonstwo. Was sagt denn dein Gewissen dazu?
  • Und überhaupt: sollte man so einen Konzern wie eBay wirklich unterstützen, indem man dort noch etwas kauft?
  • Und dann sagte diese leicht alkoholisierte teuflisch böse Stimme in meinem Kopf: „Man Miller!! Das ist nur ein verfickter 10-er Pack Unterhosen für 17,95! Das ist kein Luxus, das kannst du gebrauchen. Schau mal in den Schrank!
    Mach dich nicht so beschissen klein! Deine Nachbarn fliegen mit Bio-Diesel drei mal im Jahr in den Urlaub und fühlen sich Öko. Jetzt kurz vor Weihnachten spenden sie generös Altkleider an eine Shredder-Firma und helfen damit Flüchtlingen. Und auf dem Weihnachtsmarkt kaufen sie nur Wachskerzen von Bienen aus Bodenhaltung und handgeschnitzte Deko von fair entlohnten Kleinkindern.

    Ich wäre gerne dumm. Und unselbständig. Und verantwortungslos in jeglicher Beziehung. Das wäre so einfach und erleichternd.