Archiv der Kategorie 'Cyberlife'

Beschreiben Sie Facebook in einem Satz:

Facebook ist für Leute, die nichts zu sagen haben und nicht schreiben können,
damit Leute die nichts lesen wollen ‚Likes‘ verteilen können.

(Das ist ein Zitat, das mir heute über den Weg lief; ich könnte es kaum besser formulieren!)

Im Nachgang zu meiner neuen Arbeitslosigkeit dann mal eine erste kleine “Reinigung”.
Ich habe heute zum letzten mal ‚WhatsApp‘ auf meinem “Diensthandy” gestartet und meinen Account, sowie diese App gelöscht.

Den Account hatte ich sowieso nur wegen sozialem Druck erstellt. „Wir brauchen WhatsApp für total wichtige Kommunikation. Da tauschen wir total wichtige Informationen aus, die die Arbeit betreffen!“

Bullshit! Lustige Fotos und Videos, Anscheißerei inklusive Schnappschüssen, Geburtstagsgrüße, kleine Witze… das ist alles, was bei mir ankam. Weg mit der Scheisse!

Hab’ ich dich erschreckt? Das tut mir echt leid!

Ist meine Schuld! Ich komme hier mit ’nem Fahrrad vorbeigefahren, während du auf dein Smartphone starrend einfach die Straße überquerst.

Tut mir leid, daß mein Rad kein Motorengeräusch hat, denn dann hättest du wohl wenigstens mal kurz auf den Straßenverkehr geachtet, bevor du quasi blind die Straße kreuzt.

Ich weiß, daß jede neue Nachricht, jeder Hinweis auf deinem Gerät mit einem Klingelton angekündigt wird. Das Geräusch meiner Vollbremsung war scheinbar so ähnlich. Jedenfalls hast du mich so angeschaut, als hättest du gerade eine total wichtige Message erhalten.

Lass dich nicht ablenken! Konzentriere dich auf deine Apps! Du bist wichtig! Die anderen Leute auf der Straße, die nicht ‘mit dir befreundet’ sind, werden schon Rücksicht auf dich nehmen.
Muss man ja auch verstehen: Facebook, Google, WhatsApp, Flickr, Tinder usw… brauchen dich und deine ‘Likes’! Jetzt! Sofort!

Und nebenbei wirst du mit deinen Accounts im Internet unsterblich sein! Jeder deiner Accounts wird nach deinem realen Ableben in einen “Trauer-Modus” versetzt und alle deine virtuellen Freunde können das dann respekvoll ‘disliken’.
Was zählt es dann schon, wenn du von einem Bus überfahren wirst? Dann bist du eben rote Matsche unter einem Linienbus mit Elektromotor.

Nett gemeintes Angebot…

ROFL! Ein Super-Deal der Online-Werbung!
FAZ.NET verwehrt mir Zugang wegen eingeschaltetem AdBlocker in meinem Browser und macht mir folgendes Angebot:

“Abonnieren Sie FAZ.NET-AdLight und lesen Sie FAZ.NET mit weniger Werbung für nur
1,99 €/Monat. Abonnenten des F.A.Z. Verlages erhalten FAZ.NET-AdLight kostenfrei.”

Hahaha! :-) Für nur 1,99 gibt’s weniger Werbung.

„AOK-Ware“

Wikipedia.de hat mir mal wieder ein kleines Fnord-Späßchen spendiert. ;-)
Wer bei dem Begriff „aoK-Ware“ an eine deutsche Krankenversicherung denkt, liegt völlig daneben – oder auch wieder nicht..
„aoK-Ware“ ist ein Begriff aus dem Fischhandel, der die Form der angebotenen Fische beschreibt: „ausgenommen, ohne Kopf“.

Online-Handel, der Schmerz im Arsch.

Ja nee, war klar.. :\ Der Ebay-Händler bietet die selbe Mütze in verschiedenen Farben und Mustern zur Auswahl an. Klickt man aber z.B. auf “Schwarz”, erscheint das Foto einer pinkfarbenen Mütze.
Da ist es ja nur folgerichtig, daß er mir eine Weiße schickt, wenn ich eine Schwarz-Weiße bestellt habe. m(
Manchmal vermisse ich bei Ebay einen “Random”-Button.

Und DHL könnte auch mal das – und nur das – tun, wozu man sie beauftragt. Wenn man mir schon die Möglichkeit bietet, als Wunsch-Ablageort das Treppenhaus zu wählen, möchte ich nicht, daß das Päckchen bei meiner Nachbarin abgegeben wird. Scheissegal, ob sie nun dem DHL-Boten die Haustür geöffnet hat, oder nicht!

Diese kleinen Bildschirme..

Kacken

2018 – Alles Scheisse!

„Es gibt nichts, was es nicht gibt!“ ist ein alter abgelutschter Spruch. Aber im Zeitalter des unbegrenzten Internets wird er wahrer, als jemals zuvor.
Da kann man dann auch z.B. bei eBay einen Foto-Kalender für 2018 kaufen, der kackende Hunde zeigt:

Der Dunning-Kruger-Effekt

Seitdem ich über den Dunning-Kruger-Effekt gelesen habe, bemerke ich ihn (leider) immer öfter bei Menschen, mit denen ich zu tun habe(n muss).
Das ist nicht wirklich schön, aber immerhin erhellend für mich, weil es meine Einschätzung mancher Menschen ein wenig zurecht rückt.

Da hatte ich z.B. vor ein paar Tagen eine Unterhaltung mit einem Bekannten, der ein extremer Pedant, Klugscheisser und nebenbei überzeugter Apple-User ist. Er kennt sich aus mit Computern, Internet usw…
Unser Gespräch drehte sich um WhatsApp, Privatsphäre, Datenschutz etc. Er sagte dann so etwas wie „Jaa, schon klar – aber da sollte man nicht so paranoid sein. Natürlich haben so große Firmen wie Facebook und Google da ihre Anglorhythmen, mit denen sie..“ BAM! Sorry – what?! Meine Ohren haben sich bei dem Wort „Anglorhythmen“ sofort abgeschaltet.

Tut mir leid – aber der Kandidat hat sich soeben selber disqualifiziert für weitere Gespräche über Computer, Internet und alles Weitere in diesem Themenbereich. Und obendrein hat er auch traurigerweise meine Vorurteile gegenüber verblödeten Apple-Fans bestärkt.

Witz des Tages

Heise.de vermeldet:
Facebook will Bezahlfunktion für journalistische Inhalte testen
„Facebook-Nutzer könnten bald zur Kasse gebeten werden, wenn sie journalistische Inhalte lesen möchten: Das soziale Netzwerk will offenbar seine “Instant Articles” um eine Paywall ergänzen, berichtet das Finanzmagazin TheStreet. So bleiben die Nutzer bei Facebook und die Medienhäuser erhalten Geld für ihre Inhalte – beide Seiten profitieren.“

Ich piss mir vor Lachen in die Hose! :D „Facebook“ und „journalistische Inhalte“ in einem Satz!

Immerhin will Facebook seinen Usern zehn dieser „journalistischen Inhalte“ pro Monat gratis spendieren und erst ab dem elften Artikel die Paywall hochziehen. 98% aller durchschnittlichen Facebook-Deppen werden mit zehn „Gratis-Artikeln“ locker ein ganzes Jahr auskommen.

Brave new world

Inzwischen hängen ja in jedem größeren Supermarkt, in jeder Tankstelle, Postfiliale, Sparkasse usw. Flatscreen-Bildschirme, die einen mit Werbung berieseln.
Überwachungskameras gibt es in solchen öffentlichen Bereichen schon länger, neuerdings auch manchmal mit integrierter Gesichts-Erkennung und -Verarbeitung.

Was da bei der Gesichts-Erkennung u.a. abläuft, kann man z.B. an diesem Foto aus einer Pizzeria in Oslo sehen. Da ist die Werbung abgeschmiert und zeigt statt dessen den Code der Überwachungskamera:

(Klick auf’s Bild öffnet das Foto in Originalgröße)

Quelle: Lee Gamble auf Twitter

Zukunft..

Ach, Deutschland… Seufz.. m(

Da versuchte ich gerade, mit MediathekView einen Spielfilm aus der ARD-Mediathek herunterzuladen. Der Download war nach einer Sekunde ohne Fehlermeldung beendet. Huh?!
Nach zwischenzeitlichem Check der Konfiguration und zwei weiteren Download-Versuchen immer noch das selbe Ergebnis: eine 749,8 kB große mp4-Datei.

Na gut, dann schau ich mir die Datei mal eben an:

Jugendschutz

„Das Internet ist für uns alle Neuland…“

So manche Leserkommentare

tun richtig weh:

Höhle

Als bekennender Sprachnazi..

.. habe ich mir es mir ja inzwischen angewöhnt, mich im Internet zurückzuhalten. Viele Postings und Kommentare sind so derartig dahin gerotzt, daß ich sie einfach überspringe. Durchgehende Kleinschreibung ist z.B. so ein Trigger. Oder bei jedem fünften Wort einen falschen Buchstaben auf dem Keyboard erwischt.

Aber es gibt hin und wieder so ein paar Highlights, die ich einfach nicht unkommentiert lassen kann:

achieve

Jaja, kann man jetzt als Arschloch-Nummer von mir auslegen. Die Frau „anonymiss“ postet allerdings öfter solche nicht näher definierten Sinnfragen über einen deutschen Server.
Wenn man schon als eine Art von Anonymous auftritt und einigermaßen global verständlich in Englisch schreibt, dann sollte man auch in der Lage sein, sein geschriebenes Englisch anonym mal z.B. von Google übersetzen zu lassen.

Internet – Hauptsache es fluppt!

Einfach mal ein bisschen der defekten Technologie drohen – und schon erfolgt eine magische Selbstheilung. :)
Oder: mein IT-Provider macht zwar Murks, ist aber kundenfreundlich.

Ich hatte in den letzten Wochen statt jahrelang gewohnter 10-12Mbit DSL-Geschwindigkeit (im Download) nur noch maximal 6Mbit.

Vor ein paar Tagen hab ich dann mal den Provider angerufen und der nette Mensch vom Kundendienst stellte fest, dass mein 16 Jahre(!) altes DSL-Modem eigentlich schon länger nicht mehr in der Lage sein sollte, überhaupt 12Mbit zu erreichen! Warum das trotzdem so lange der Fall war, konnte er mir nicht erklären. Er bot mir an, im Kundencenter vorbeizukommen und mir nach all den Jahren mal gratis ein neues Modem abzuholen.

Und dort bin ich dann heute mit Hund hinspaziert. Der nette Herr im Kundencenter hatte außer mir keine Kunden und war in Plauder-Laune. Er benutzt seit ein paar Jahren nur noch Linux; nicht mal halb so lange wie ich, womit für ihn dann klar war, daß ich das neue DSL-Modem wohl schon allein zum Laufen kriege. ;)
Trotzdem gab er mir zusammen mit dem neuen Gerät obligatorisch ein paar zusammengetackerte DIN-A4-Seiten “Installations-Anleitung” mit der Bemerkung, daß das wohl noch für WindowsXP geschrieben sei. Das schien ihm etwas peinlich zu sein.
Er hat dann nebenbei auch mal kurz von seinem Terminal aus meine Leitung gecheckt, und 14,5Mbit Geschwindigkeit festgestellt. Das sei für meine Adresse schon sehr gut.
Meinen Einwand, daß das nicht sein könne, beantwortete er mit dem Ratschlag, daß ich Speedtests nicht per WLAN sondern nur per Ethernet machen sollte.

Anyway habe ich dann mein neues Modem eingepackt und bin nach Hause gegangen. Dort hab ich vor dem Umbau der Technik noch einmal einen Test mit dem alten Modem gemacht und.. o_0 ich hatte fast 15Mbit stabile Download-Geschwindigkeit! Einfach so. Schneller als je zuvor. Mit dem alten Gerät!

Ich hab dann trotzdem das neue Gerät angeschlossen, kann ja nicht schaden.
Und so bleibt mir dann am Ende des Tages ein ausgedehnter Spaziergang mit Hund, ein geschenktes nagelneues DSL-Modem, kurze abschreckende Eindrücke der vor-weihnachtlichen Dortmunder Innenstadt, und das Gefühl, daß mein Provider seine technische Infrastruktur nicht so wirklich im Griff hat. ;)

PokeMongo


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“einem Hashtag beitreten”…

Ich bin alt, das ist definitiv zuviel für mich. Echt jetzt. Es reicht.
Nichts gegen Internet, Social Media, geile Technik an sich. Nichts gegen Solidarität durch und über diese Medien.
Aber solch ein schwachsinniges Geschwurbel geht zu weit!

Zumindest in technisierten Regionen dieser Welt sind wir auf dem besten Wege, unsere ureigene Identität nur noch über Facebook, Google+, Twitter, WhatsApp und andere “Profile” zu definieren.
Dabei geht es mir jetzt gar nicht darum, daß das alles durch die Serverfarmen irgendwelcher kommerzieller Firmen geschleust wird. Ist mir egal, scheiss drauf.

Es kotzt mich zunehmend an, daß sich immer mehr Kommunikation, die die Allgemeinheit der Menschen betrifft auf immer weniger geschlossene Kommunikationskanäle bündelt.

Und jetzt sind wir schon so weit, dass wir uns garnicht mehr zu irgendwelchen Sachverhalten persönlich äußern müssen. Scheiss auf Details, wer hat heutzutage noch Zeit für eine differenzierte persönliche Betrachtung? Wir “treten einfach einem Hashtag bei”!

Ich könnte Kotzen! So habe ich mir vor 20 Jahren die Zukunft des Internets nicht vorgestellt. Daß es beschissener werden wird, war eigentlich damals schon zu befürchten. Aber nicht auf diese Weise.

Apps Apps Apps..

Ich habe heute eine total nützliche Android-App entdeckt:

Super praktisch für Leute, die sich dauernd fragen, was denn da für ein Kabel im Gerät steckt…

Sei nett zur Hotline!

Rhetorik für Fortgeschrittene:
“Wenn sie ihren Gegner Kunden nicht mit Argumenten überzeugen können, versuchen sie ihn zu verwirren!”

Heute: Vodafone

Mobilfunk-Vertrag bereits fristgerecht gekündigt, endet am 15.12. Neuer Provider bereits in Aussicht, ich habe mich entschlossen trotz 30€ Gebühren meine uralte Rufnummer zu behalten.

Endlose Internet-Recherche über das Thema “Rufnummernportierung”.
Das Vodafone-Kundencenter im Internet ist ein einziges Chaos. Hunderte Unterseiten, Menüs je nach aktuellem Kontext ständig wechselnd, tief vergrabene Informationen. Ohne JavaScript funktioniert schon der Login nicht, der Rest ist nicht weniger grausam.

Alle Informationen laufen darauf hinaus, dass eine vorzeitige Portierung nur telefonisch beim Kundendienst beantragt werden kann. (Immerhin eine kostenfreie 0800-Nummer)

Also Kundendienst angerufen und mein Anliegen vorgetragen. Die freundliche weibliche Stimme klärt mich als erstes darüber auf, daß solch eine Portierung nur online im Kundencenter möglich ist. ^^
Ich erzähle ihr, dass ich mich bereits durch diesen Dschungel gekämpft habe und alle gefundenen Informationen genau gegenteilig waren. Dabei merke ich an, daß die Vodafone-Website nahezu unbenutzbar chaotisch ist und höre ein leises zustimmendes Lachen am anderen Ende der Leitung.

Sie erzählt mir, daß es eigentlich genau umgekehrt sein sollte: Portierung nur im Kundencenter, nix Hotline. Aber sie ist sehr hilfsbereit und leitet meinen Wunsch dennoch in die Wege, während ich mir ca. drei Minuten lang brüllend laute ekelhafte Warteschleifen-Musik reinziehe. (Ist ja nicht die Schuld der netten Callcenter-Mitarbeiterin, und ich will den Scheiss erledigt haben, muss also dranbleiben)

Letztlich ist sie wieder am Hörer, hat meine Rufnummer freigegeben und erklärt mir noch einige Dinge, die ich bereits selber herausgefunden habe. Neue Info für mich: die Rufnummer ist frühestens nach sechs Tagen portierbar.
Ich bedanke mich höflich, sage dass mein Anliegen nun vollumfänglich erledigt sei und wünsche ihr noch eine ruhige Schicht. Sie freut sich hörbar und wünscht mir noch einen guten Abend.

Kleines Fazit: Callcenter-Mitarbeiter sind die armen Schweine der großen Firmen, die jeglichen beschissenen Kundenservice der Firma auffangen müssen.
Aber wenn du nett und höflich zu ihnen bist (und bestenfalls noch benötigte Informationen sofort zur Hand hast) – dann sind sie auch nett zu dir. Und oft regeln sie dann auch Dinge für dich, für die sie eigentlich gar nicht zuständig wären.